08.03.04 | Patientenstimmen im Krankenhaus

Patientenstimmen im Krankenhaus: Unabhängige Patientenfürsprecher, Ideen- und Beschwerdemanagement

Studien zeigen, dass das Image eines Krankenhauses entscheidend davon bestimmt wird, wie sich Patienten und Patientinnen in ihrer individuellen Gesamtheit angenommen fühlen. Doch die Beziehungen zwischen Professionellen im Gesundheitswesen und Patienten und Patientinnen ändern sich zunehmend. Ein nur auf Reparatur setzender technisch-medizinischer Ansatz wird den gesellschaftlichen Anforderungen durch die starke Verbreitung von chronischen Krankheiten und dem Anwachsen der Alterspyramide kaum mehr gerecht. Deshalb ist eine zunehmende Patientenorientierung und -beteiligung zur Qualitätsverbesserung medizinischer Dienstleistungen notwendig.
Patientenstimmen im Krankenhaus können auf verschiedene Weise wahrgenommen werden: mit Hilfe eines aktiven Ideen- und Beschwerdemanagements durch die Einrichtung oder durch Dritte wie unabhängige Patientenfürsprecher und -sprecherinnen. Sie sind Ansprechpartner und -partnerinnen, die die Position der Patienten und Patientinnen stärken. Sie machen den Professionellen die gebündelten Patienteninteressen sichtbar und beteiligen sich aktiv an der Umsetzung von Verbesserungen.
In der öffentlichen Sitzung des landesweiten Arbeitskreises „Patientinnen- und Patienteninformation“ stellte Dagmar Vogt-Janssen (Henriettenstiftung, Hannover) vor den gut 50 Zuhörerinnen und Zuhörern das in ihrer Einrichtung eingeführte Ideen- und Beschwerdemanagement vor. Die beiden ehrenamtlichen Patientenfürsprecherinnen Christel Zanssen und Monika Püschel vom Städtischen Klinikum Solingen berichteten aus ihrer konkreten Arbeit, die sie als „Kunst des Schlichtens“ bezeichnen.
Die vielen Nachfragen zu den beiden Referaten lassen den Schluss zu, dass in Niedersachsen nach Wegen zu der Einführung von Patentenfürsprecherinnen und –sprechern gesucht werden muss. Bisher gibt es hierzu keine gesetzlichen Vorgaben, wobei freiwillige Vereinbarungen den Prozess beschleunigen könnten. Einigkeit bestand darin, dass sich ein Ideen- und Beschwerdemanagement bzw. ein sich daran orientierendes Qualitätssicherungssystem mit der Arbeit von Patientenfürsprecherinnen und –sprechern sinnvoll ergänzt.

VORTRÄGE ZUM HERUNTERLADEN:

Referat Dagmar Vogt-Janssen
(--> PDF-Datei: vortrag1 vogt-jansen.pdf [430 KB] )

Referat Christel Zanssen/Monika Püschel
(--> PDF-Datei: (vortrag.zanssen.pueschel) [167 KB] )

KONTAKT:
baerbel.baechlein@gesundheit-nds.de