|
|
Thementag "Gesundheitsförderliches Führungsverhalten" am 30. Januar 2004, 11-16 Uhr in Hannover, veranstaltet vom AK Gesundheitsfördernde Hochschulen
Ort: Geschäftsstelle der Techniker Krankenkasse Hannover, Wöhlerstr. 42
Auf diesem Thementag wurde der Zusammenhang zwischen Führungsverhalten und Gesundheit beleuchtet. Dabei ging es einerseits darum, wie sich das eigene Führungsverhalten auf die eigene Gesundheit auswirkt, andererseits ging es um die Auswirkungen des Führungsverhaltens Vorgesetzter auf die Gesundheit der MitarbeiterInnen.
Frauen und Männer zeigen ein unterschiedliches Führungsverhalten. Die geschlechtsspezifischen Charakteristika wurden vorgestellt und der Zusammenhang zur gesundheitlichen Dimension diskutiert.
Als abschließendes Element des Thementages wurden Bausteine eines Trainings für gesünderes Führungsverhalten vorgestellt.
Alle Unterlagen aus dieser Veranstaltung finden Sie am Ende der Seite.
|
|
|
|
11.00 Uhr
|
Begrüßung und Sammlung der Fragen der Teilnehmenden
|
|
11.20 Uhr
|
Führungsverhalten und Gesundheit Dipl. biol. Uta Walter, Fakultät für Gesundheitswissenschaften, Universität Bielefeld
|
|
12.10 Uhr
|
Geschlechtersensibel führen Dipl. Soz.wiss. Nadine Pieck, GESUND & AKTIV Weiterbildungsstudium Arbeitswissenschaft Universität Hannover
|
|
14.00 Uhr
|
Erfahrungen mit Schulungen von Führungskräften Christian Timmerhoff, Techniker Krankenkasse, Hamburg Diskussion
|
|
16.00 Uhr
|
Ende der Veranstaltung
|
|
|
|
Bericht vom Thementag des Arbeitskreises Gesundheitsfördernde Hochschulen am 30.1.2004 in Hannover
Während früher in Betrieben Probleme besonders an der Schnittstelle Mensch-Maschine auftraten, sind die heutigen Problemfelder im Bereich Mensch-Mensch zu finden. Frau Uta Walter von der Universität Bielefeld stellte die derzeitigen Erkenntnisse zum Zusammenhang von Führungsverhalten und Gesundheit dar. In den letzten zwei Jahren konnte vor allem eine Zunahme von Stress und Arbeitsdruck sowie von fachlichen Anforderungen als charakteristische Veränderungen der Arbeitsbedingungen verzeichnet werden. Besonders die Arbeitsunfähigkeitstage aufgrund psychischer Störungen haben drastisch zugenommen. Die Arbeitssituation von Führungskräften ist u.a. durch ein hohes Arbeitsvolumen bei schnellem Tempo mit wenig freier Zeit und wenig Pausen zu charakterisieren. Mehr als die Hälfte der Führungskräfte klagt regelmäßig über Befindlichkeitsstörungen. Dabei sind besonders jüngere Führungskräfte betroffen. Die gesundheitlichen Störungen stehen in engem Zusammenhang mit der Arbeitszufriedenheit. Ansatzpunkte für gesundheitsförderliches Führungsverhalten sind z.B. eine partnerschaftliche Unternehmenskultur, der Dialog mit den Mitarbeitenden, vertrauensbildende Maßnahmen sowie das Fördern von sozialer Vernetzung. Der Aspekt der emotionalen Führung ist dabei von besonderer Bedeutung (vgl. Daniel Goleman).
Nadine Pieck von der Universität Hannover beschrieb in ihrem Beitrag „geschlechtssensibel führen“ u.a., welchen Belastungen weibliche Führungskräfte ausgesetzt sind. Rollenkonflikte und erhöhter Stress durch die Anforderungen der verschiedenen Rollen in Beruf und Familie, denen sie gerecht werden wollen, birgt ein großes Belastungspotential. Je geringer die Zufriedenheit mit der Gleichbehandlung aller Beschäftigten durch den direkten Vorgesetzten, mit der Einhaltung und Beachtung von Delegationsregeln und mit der Beteiligung bei Entscheidungen bezüglich des Arbeitsbereiches sind, desto höher ist die Fehlzeitenquote. Gesundheitsförderliches Führungsverhalten ist demgegenüber, wichtige Entscheidungen erst nach Rücksprache zu treffen oder eine aktive Informationspolitik zu betreiben. Als Belastungen, die sich im Kontext des Geschlechterverhältnisses ergeben können, nannte Frau Pieck z.B. diskriminierendes Führungsverhalten oder geschlechtlich geprägte Kommunikationsstrukturen.
Christian Timmerhoff von der Techniker Krankenkasse stellte eine Reihe von Angeboten der TK für Betriebe vor. Eine Gesundheitswoche für gesunde Arbeitnehmer, die einen gesundheitsförderlichen Lebensstil fördern will, kann speziell für Führungskräfte abgehalten werden. Dabei werden eine gesundheitsgerechte Mitarbeiterführung und gesundheitsförderliche Ressourcen in Führung thematisiert. Aber auch ein zweieinhalbtägiges Seminar mit 10-12 Führungskräften ist im Programm der TK zu finden. Führungskräfte mit Stressbelastungen oder mit einem erhöhten Krankenstand im eigenen Bereich oder Team sind die Zielgruppe. Dabei stehen neben verhaltensorientierten Elementen wie Stressreduktion, Bewegung und Ernährung auch die Erweiterung der Handlungsspielräume beim Umgang mit den Mitarbeitenden oder die Verbesserung von Kommunikation und Kooperation auf dem Programm.
Die TK engagiert sich u.a. auch in Hochschulen. Bisher laufen gesundheitsfördernde Projekte in folgenden Hochschulen: Universität Paderborn, Universität Karlsruhe, Universität Darmstadt, Universität Siegen, eine Hamburger Uni (HAW), zwei Hannoveraner Hochschulen (Universität und MHH), die TU Berlin, die Universität Würzburg, eine Hochschule in Neubrandenburg sowie die Universität Wuppertal. Der Thementag war mit 26 Teilnehmenden fast ausgebucht. Die Techniker Krankenkasse hat dankenswerterweise die Räumlichkeiten und die Getränke kostenlos zur Verfügung gestellt. Der Arbeitskreis Gesundheitsfördernde Hochschulen als Veranstalter plant, im Januar des nächsten Jahres wieder einen Thementag durchzuführen.
Alle Beiträge dieser Veranstaltung können Sie hier als PDF-Dokumente herunterladen:
"Geschlechtersensibel führen" - Dipl. Soz.wiss. Nadine Pieck vortragpieck.pdf [64 KB]
"Erfahrungen mit Schulungen von Führungskräften" - Christian Timmerhoff vortragtimmerhoff.pdf [1.559 KB]
"Führungsverhalten und Gesundheit" - Dipl. biol. Uta Walter vortragwalter.pdf [110 KB]
|