29.06.04 | "Zukunft KiTa..."


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Ernährung und Bewegung - Impulse für Kitas durch Gesundheit
Melanie Speen, Dörthe Hennemann, Deutsche Gesellschaft für Ernährung - Sektion Niedersachsen

Zurzeit werden in Deutschland etwa 1 Million Kinder in ca. 25.000 Kindertagesstätten (KiTas) über mehrere Jahre hinweg betreut. Für die Ausbildung von Ernährungs-/ Bewegungsgewohnheiten spielen KiTas daher eine große Rolle. Wie kann die KiTa dieser Bedeutung gerecht werden, gerade vor dem Hintergrund, dass ca. 10 % der Kinder in Niedersachsen als übergewichtig gelten?

Mit dieser Problematik befasste sich die 3. niedersächsische Fachtagung „Zukunft Kita… Ernährung und Bewegung – Impulse für KiTas durch Gesundheit“ am 29. Juli 2004. Veranstalter waren die DGE – Sektion Niedersachsen in Kooperation mit der Landesvereinigung für Gesundheit Niedersachsen, dem Zentrum für Erwachsenenbildung Stephansstift, der Landesvereinigung der Milchwirtschaft sowie der AOK. Rund 100 Interessierte (Erzieherinnen, Erzieher und hauswirtschaftliche Kräfte) nutzten die wissenschaftliche Fortbildung zu Information und praxisnahem Austausch.

Die komplette Dokumentation dieser Tagung können Sie hier als PDF-Dokument herunterladen.
dokuzukunftkita29604.pdf [326 KB]

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Frau Liesel Westermann-Krieg, Vertreterin des niedersächsischen Kultusministeriums betonte in ihrem Grußwort „die Wechselwirkungen von Lernen und Bewegen, von Verhaltens- und Verhältnisentwicklung werden oft übersehen“. Daher verfolgt die Landesregierung das Ziel, die Rahmenbedingungen in KiTas zu optimieren.

Um die Gesundheit von Kindern zu erhalten, stellt sich zunächst die Frage: „Wie gesund sind Kinder heute überhaupt?“. Prof. Dr. Klaus Hurrelmann, von der Fakultät für Gesundheitswissenschaften der Universität Bielefeld, erläuterte das vermehrte Auftreten neuartiger Störungen. Dazu zählen Fehlsteuerungen des Immunsystems, des Ernährungsverhaltens, der Sinneskoordination sowie unzureichende Bewältigung von psychischer Beanspruchung. Hinzu kommen emotionale Auffälligkeiten und umweltinduzierte Gesundheitsstörungen. Bei diesen neuen Krankheiten ist laut Hurrelmann gezielte Vorbeugung wichtig. Bewegung kann als Schlüsselmedium der körperlichen und psychischen Entwicklung gesehen werden. Dadurch lassen sich sowohl Nahrungszufuhr, Stress und innere Spannungen regulieren als auch die Sinne ansprechen.

Prof. Dr. Reinhart Wolff, Dozent der Alice-Salomon-Fachhochschule Berlin und Sprecher des Kronsberger Kreises für Qualitätsentwicklung, verdeutlichte in seinem Vortrag den Zusammenhang zwischen Qualitätsentwicklung in der KiTa und Gesundheit von Kindern/Erzieher/Innen. Die Ansprüche der Erziehung in KiTas steigen und damit ist die Forderung nach professioneller Kompetenz der Pädagogen/Innen verbunden. Diese Erfordernisse ließen sich erfüllen durch die Implementierung eines Katalogs, der als Schwerpunkt Gesundheitsförderung beinhaltet und gleichzeitig konkrete Qualitätsstandards einführt. Im Hinblick auf die angestrebte Qualitätsverbesserung von Erziehung ist die Zusammenarbeit von Eltern und KiTa entscheidend.

Nach einer bewegten Pause (s. Fotos) konnten sich die Teilnehmer in vier Foren einen Einblick in verschiedene Projekte aus der Praxis verschaffen.

FORUM 1:

Schlaraffenlandeltern – Essen braucht flexible Grenzen
(Schulungsangebot für Eltern, Erzieher/Innen von Dr. Constanze Lämmer, St. Bernward Krankenhaus, Hildesheim)

Ziel: Anwendbares Ernährungswissen vermitteln und Unwissen verringern, Übergewicht im frühen Kindesalter verhindern
Inhalte: Richtig einkaufen, gesund frühstücken, Obst und Gemüse kindgerecht,...

FORUM 2:

Gesundheitsförderung durch Bewegung in jeder Kita möglich?!
(Ingeborg Grempel, Gesundheitshaus Bismarck e. V., Gelsenkirchen)

Ziel: Stärkeren Einfluss auf Bewegung der Kinder nehmen, dazu Lösungsmöglichkeiten und praktische Umsetzung gemeinsam mit Eltern erarbeiten
Inhalte: Kooperation mit Sportverein, regelmäßiges Laufen, Elternarbeit

FORUM 3:

Kinder stark machen... – „Schlemmertage“ und Bewegungsanreize in der KiTa, KiTas im Netzwerk
(Dr. Heidemarie Waninger, Carmen Göse, Netzwerk gesunde Kinder / pädal e. V., Groß Glienicke)

Ziel: Von Konkurrenz zu Kooperation
Inhalte: Austausch von Informationen und Diensten innerhalb des Netzwerks, gegenseitige Beratung, Fortbildungsveranstaltungen organisieren

FORUM 4:

Essen als Qualitätsmerkmal – Wie geht das eigentlich?
(Brit Albrecht, AWO-Kindergarten, Hannover)

Ziele: Gesunde körperliche und geistige Entwicklung von Kindern durch verbesserte Qualität der Kernsituation „Essen“
Inhalte: Entwicklung von Qualitätskriterien, Umsetzung an ausgewählten Beispielen

FAZIT:

Gerade innerhalb der Foren kam es zu anregenden Diskussionen von Teilnehmern und Referentinnen und Referenten. Das zeigt, dass Gesundheitsförderung in KiTas ein immer wichtigeres Thema wird. Daher und aufgrund der positiven Resonanz wird die Veranstaltungsreihe auf jeden Fall fortgesetzt, denn es besteht weiterhin Fortbildungsbedarf bei den Fachkräften.