21.09.06 | Nachbarschaft, Migration und Gesundheit

Aktiv miteinander leben

Zunächst nehmen zugewanderte Menschen ihre neue Lebenswelt im unmittelbaren Nahraum wahr und beziehen sich primär auf familiäre und eigenethnische Netzwerke. Weiterführende Anknüpfungspunkte finden sich in der unmittelbaren Nachbarschaft, im Stadtteil, in Kindergarten und Schule.

Diese Orte bieten auch Möglichkeiten zur Weitergabe gesundheitsbezogener Informationen, die unverzichtbar für das Verständnis des Systems oder kulturbedingter Unterschiede sind. Doch von schriftlichen Informationen in deutscher Sprache werden zugewanderte Menschen kaum erreicht. Lokale Strategien zur erfolgreichen Integration setzen hier an und schaffen Rahmenbedingungen und Anlässe zu vielfältigen Kontakten, die auch für die Weitergabe gesundheitsbezogener Informationen genutzt werden können

Nachbarschaft benötigt sogenannte Kristallisationspunkte, damit ein helfendes Netzwerk entstehen kann, das auch dann funktioniert, wenn die Existenz ungesichert ist, das Leben nicht in langjährigen sozial Bezügen verläuft und das Umfeld defizitär ist. Auf der Fachtagung werden in Vorträgen grundlegende Bedingungen für die Entwicklung funktionierender Nachbarschaften genannt und gute Beispiele zur Gesundheitsförderung in diesem Setting vorgestellt. Sie richtet sich an kommunale Akteure aus Stadtentwicklung, Bildung, Arbeit, Gesundheitsförderung und Quartiersmanagement, an die Vertreterinnen und Vertreter von Krankenkassen, von Migrationsdiensten und –verbänden, sowie an pädagogische Fachkräfte aus Schulen und Kindertageseinrichtungen und andere Fachkräfte aus den Bereichen Erziehung, Gesundheit, Soziales und Bildung.

Moderation:
Dr. Antje Richter, Landesvereinigung für Gesundheit Niedersachsen e.V.
Björn Menkhaus, Ethno-Medizinisches Zentrum Hannover e.V.

Die komplette Tagungsdokumentation können Sie hier herunterladen [2.053 KB] .