14.12.06 | Ess-Störungen

Eingeschränktes Essverhalten und Diäten können ein Einstieg in Ess-Störungen sein. Sie verstärken die Fixierung des Denkens auf das Essen, der Körper wird mit seinen Bedürfnissen als bedrohlich angesehen, denn er signalisiert Hunger oder sogar Gier.

Ess-Störungen sind keine Ernährungsstörungen sondern psychosomatische Erkrankungen mit Suchtcharakter. Zu den Formen essgestörten Verhaltens zählen die Bulimie, Magersucht, Ess-Sucht und Latente Ess-Sucht.

Die Zahl der Behandlungen von Menschen mit Essstörungen ist in Deutschland in den vergangenen Jahren rapide angestiegen. Allein in Deutschland zählt man 600.000 Personen mit der Symptomatik Bulimie, 100.000 mit Magersucht, 85 % davon sind Frauen. Mehr als 50 % der Frauen und fast 70 % der Männer sind übergewichtig, sie haben einen Body-Mass-Index (BMI) über 25.

Wie viele davon esssüchtig oder latent esssüchtig sind, ist nicht bekannt. Schätzungen gehen davon aus, dass etwa 25-40 % übergewichtiger Personen mit Ess-Sucht oder latenter Ess-Sucht, davon überwiegend Frauen, in Gewichtsreduktionsgruppen zu finden sind.

Die Bundeszentrale für Gesundheit informiert in ihrer Broschüre Essstörungen, dass „ca. 30 % der bis zu 10jährigen Mädchen und Jungen schon Diäterfahrungen haben. Ca. 63 % der 13- bis 14-Jährigen würden gern besser aussehen und 56 % wären gerne dünner“.

Erhebungen an knapp 800 Schülerinnen und Schülern der 5. Jahrgangsstufe an Gymnasien in München ergaben, dass sogar 9 bis 13 Jahre alten Kinder (im Schnitt 10,8 Jahre) sich Sorgen um ihre Figur machen.

Doch wie kann diesen Entwicklungen begegnet werden? Was sind genaue Hintergründe zu Ess-Störungen? Wie kann mit ihnen umgegangen werden? Warum ist eine professionelle Anleitung sinnvoll und was kann eine angeleitete Selbsthilfe leisten? Diese und ähnliche Fragen werden auf der Veranstaltung beleuchtet und diskutiert.

Ziel der Fachveranstaltung ist es, die Kluft zwischen Wissen und Handeln zu verringern sowie aktuelle wissenschaftliche Strategien, Projekte und Konzepte vorzustellen.

TAGUNGSPROGRAMM:

14:00 Uhr
Ankommen, Stehkaffee, Begrüßung

14:15 Uhr
Gesund leben in Beziehungen ?!
Auslöser und Hintergründe von Ess-Störungen aus systemischer Sicht
Dr. Kathrin Beyer, Service Center Beratung, Hannover

Kaffee- und Teepause

Projektvorstellung:
Gesundheitsprävention in der Schule am Beispiel eines Projektes zu Ess-Störungen

Projektvorstellung:
Qualifizierung zur Moderatorin / zum Moderator für angeleitete Gruppen für Personen mit Ess-Störungen
Erfahrungen aus Sicht zweier Kursteilnehmerinnen: Möglichkeiten und Grenzen in der Arbeit als Moderatorin
- Anja Willms, Diätassistentin und Diplom-Sozialpädagogin, Hannover
- Gudrun Beck, Dipl.-Psychologische-Beraterin, Lingen

16:30 h Veranstaltungsende

ORGANISATIONSHINWEISE:

Veranstaltungsort:
Caritasverband für die Diözese Osnabrück e.V.
Johannisstr. 91, 49074 Osnabrück

Anmeldebedingungen:
Die Anmeldungen gehen an die: Landesvereinigung für
Gesundheit Nds. e.V. , Fenskeweg 2, 30165 Hannover,
Tel.: 0 511/ 3 50 00 52, Fax: 0 511/ 3 50 55 95

Die Teilnehmerzahl ist begrenzt und die Anmeldungen werden in der Reihenfolge ihres Eingangs berücksichtigt. Die Teilnahmegebühr beträgt 20,00 Euro incl. Getränke. Ihre Anmeldung nehmen wir nur schriftlich entgegen. Sie erfolgt unter Anerkennung der Teilnahmebedingungen und ist verbindlich. Bei Absage kann Ihr Tagungsplatz an eine Kollegin oder Kollegen weitergegeben werden. Eine Rückerstattung der Teilnahmegebühr ist nicht möglich.

Bitte überweisen Sie die Teilnahmegebühr unter Angabe des Teilnehmernamens und des Tagungsdatums auf folgendes Konto Landesvereinigung für Gesundheit Nds. e.V., Stadtsparkasse Hannover, BLZ 250 501 80, Konto-Nr.: 103 330. Eine Anmeldebestätigung erfolgt nicht.

Anmeldeschluss: 27. November 2006