03.06.05 | LVG - Jubiläumstagung (100 Jahre LVG)

DIE VORTRÄGE AUS DER VERANSTALTUNG FINDEN SIE WEITER UNTEN IM PROGRAMM UNTER DEN NAMEN DER REFERENTINNEN UND REFERENTEN. EINE KOMPLETTE FESTSCHRIFT MIT ALLEN BEITRÄGEN ERSCHEINT IM HERBST 2005 IM MABUSE-VERLAG.

100 Jahre Landesvereinigung für Gesundheit Niedersachsen e. V.
Ungleich besser?! –Diversity Management in der Gesundheitsförderung

Wie können die Zielgruppen mit den größten Bedarfen erreicht werden und nicht nur die leicht erreichbaren Zielgruppen?

Gesundheitsförderungs- und Präventionsangebote sind häufig für die Zielgruppen mit den größten Bedarfen am schwersten zu realisieren. Bislang werden durch die meisten Angebote vor allem die Zielgruppen erreicht, die leicht erreichbar sind. Andere Gruppen mit wesentlich schlechteren Ausgangslagen aufgrund ihres Lebensalters, ihrer sozialen Lage oder auch ihres Geschlechtes und entsprechend höheren Präventionspotenzialen werden dagegen kaum erreicht.

Die wenigsten Konzepte und Programme sind bislang zielgruppengenau auf schwer erreichbare Gruppen hin angelegt. Es fehlt in Deutschland nicht an Präventionsideen und -konzepten, im Gegenteil die Heterogenität dieser Ideen und Konzepte sowie ihr unvernetztes Nebeneinander macht bestimmte Settings „präventionsmüde“ und schließt bestimmte Zielgruppen aus.

Es fehlen integrierte und integrierende Konzepte wie der Settingansatz sie liefert. Aber auch von neueren Managementstrategien kann die Gesundheitsförderung und Prävention profitieren. Diversity Management ist eine solche Strategie, die sich vor allem im angelsächsischen Bereich in größeren Unternehmen gut etabliert hat. Sie zielt auf die Verbesserung der Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens. Der zugrunde liegende Gedanke ist, dass ein Umfeld von (kultureller und sozialer) individueller Verschiedenartigkeit, in dem Unterschiede zwischen Personen wertgeschätzt werden, eine Reihe von ökonomischen Vorteilen mit sich bringt und generell eine kreativere und produktivere Arbeitsumgebung schafft.

Übertragen auf den Bereich der Gesundheitsförderung bedeutet dies eine genauere Definition von Zielgruppen und eine stärkere Berücksichtigung ihrer Verschiedenartigkeit (Diversität/Diversity). Vor allem müssen Unterschiede in Hinblick auf kulturelle Herkunft, Geschlecht, Alter, Religion, Behinderung, sexuelle Orientierung, aber auch sozialer Status stärker berücksichtigt werden.

Auf der Jubiläumstagung der Landesvereinigung für Gesundheit Niedersachsen e.V. soll dieser Ansatz vorgestellt und in die aktuelle Präventionsdiskussion als mögliche Entwicklungsperspektive eingebracht werden.


TAGUNGSPROGRAMM:

10:00 Uhr
Eröffnung
Christiane Deneke, Vorsitzende der Landesvereinigung für Gesundheit Niedersachsen e.V.
(Eröffnungsrede: 03.06.2005.eroeffnung.jubilaeum.deneke.pdf [36 KB] )

10:10 Uhr
Grußworte:
Dr. Ursula von der Leyen, Niedersächsische Ministerin für Soziales, Frauen, Familie und Gesundheit
Dr. Elisabeth Pott, Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

10:40 Uhr
Gesellschaft im Wandel – Multioptionsgesellschaft
Prof. Dr. Peter Gross, Universität St. Gallen
(Abstract: 03.06.2005.abstract.gross.pdf [17 KB] )

11:25 Uhr
Ungleich besser? Warum Diversity Management?
Michael Stuber, mi.consult, Köln
(Abstract: 03.06.2005.abstract.stuber.pdf [314 KB] )
(Vortrag: 03.06.2005.vortrag.stuber.pdf [314 KB] )

12:10 Uhr
Gesundheitsförderung und Prävention im Wandel – 100 Jahre Landesvereinigung für Gesundheit Niedersachsen e.V.
Thomas Altgeld, Landesvereinigung für Gesundheit Niedersachsen e.V.
(Abstract: 03.06.2005.abstract.altgeld.pdf [10 KB] )
(Vortrag: 03.06.2005.vortrag.altgeld.pdf [645 KB] )

12:45 Uhr
Mittagspause

14:00 Uhr
Zielgruppen erreichen! Welche Unterschiede müssen stärker berücksichtigt werden:

>> Alter
Prof. Dr. Adelheid Kuhlmey, Institut für Medizinische Soziologie ZHGB Berlin
(Abstract: 03.06.2005.abstract.kuhlmey.pdf [11 KB] )
(Vortrag: 03.06.2005.vortrag.kuhlmey.pdf [115 KB] )

>> Ethnie
Prof. Dr. Theda Borde, Alice-Salomon-Fachhochschule, Berlin
(Abstract: 03.06.2005.abstract.borde.pdf [10 KB] )
(Vortrag: 03.06.2005.vortrag.borde.pdf [144 KB] )

>> Soziale Ungleichheit
Dr. Andreas Mielck, GSF-Institut für Gesundheitsökonomie und Management im Gesundheitswesen, Neuherberg
(Abstract: 03.06.2005.abstract.mielck.pdf [16 KB] )
(Vortrag: 03.06.2005.vortrag.mielck.pdf [400 KB] )

>> Geschlecht
PD Dr. Ellen Kuhlmann, Zentrum für Sozialpolitik, Bremen
(Abstract: 03.06.2005.abstract.kuhlmann.pdf [10 KB] )
(Vortrag: 03.06.2005.vortrag.kuhlmann.pdf [243 KB] )

16:30 Uhr
Ende der Veranstaltung