30.09.08 | Gesundheit für alle Kinder

Wege zur interkulturellen Öffnung

Die Ergebnisse des Kinder- und Jugendgesundheitssurveys, aber auch die niedersächsischen Schuleingangsuntersuchungen belegen, dass Kinder mit Migrationshintergrund stärker als andere unter gesundheitlichen Einschränkungen leiden. Die Bereiche Zahngesundheit, Ernährung oder Sprachentwicklung sind Beispiele dafür. Begründet wird dies unter anderem mit sozialen und lebensweltlichen Einflussfaktoren, mit sprachlichen und kulturellen Barrieren oder mit Zugangsproblemen zu den Angeboten des Gesundheitssystems. Am Beispiel der Früherkennungsuntersuchungen zeigte sich in Niedersachsen jedoch auch, dass die Inanspruchnahme durchaus erhöht werden kann. Die Frage, wie dies zu erreichen ist, soll im Mittelpunkt dieser Veranstaltung stehen.

Nach einem Vortrag zur allgemeinen gesundheitlichen Lage von Mädchen und Jungen mit Migrationshintergrund und kurzen Beiträgen der Podiumsgäste zur gesundheitlichen Situation vor Ort, stand das Gespräch über neue und bewährte Wege der Zusammenarbeit im Vordergrund. Dazu wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit der Moderationsmethode des World-Cafés die Ansatzpunkte einer gemeinsamen Arbeit diskutieren. Zweck dieses Vorgehens war es, unterschiedliche Perspektiven kennen zu lernen, neue Ideen zu hören und neues Wissen zu erlangen, sowie Vernetzungen und Kooperationen anzubahnen.

Wie kann interkulturelle Öffnung gelingen? Diese und ähnliche Fragen standen im Mittelpunkt der Diskussion:

Welche strukturellen Probleme lassen sich auf Seiten der Angebote des Gesundheitssystems feststellen?
Wie kann mit sprachlichen und kulturellen Kommunikationsproblemen umgegangen werden?
Wie kann man erreichen, dass Migrantinnen und Migranten die Angebote zur Vorsorge und Früherkennung ausreichend wahrnehmen?
Wie kann man ihnen mehr Information über das hiesige Gesundheitssystem zugänglich machen?

Die halbtägige Veranstaltung richtete sich an Beschäftigte des Gesundheits-, Sozial- und Bildungswesens, von Krankenkassen, an Vertreterinnen und Vertreter von Migrantenorganisationen; an Fachkräfte und Ehrenamtliche, die in ihrer Arbeit mit der Thematik in Kontakt stehen und an die Politik.

Tagungsprogramm:

13:00 Uhr :: Anmeldung und Stehkaffee

13.30 Uhr :: Begrüßung
Honey Deihimi, Integrationsbeauftragte des Landes Niedersachsen
Martin Schumacher, Dezernent für Kultur, Schule, Sport, Gesundheit, Jugend, Stadt Oldenburg

14.00 Uhr :: Gesundheit von Mädchen und Jungen mit Migrationshintergrund - Aktuelle Ergebnisse des Kinder- und Jugendgesundheitssurveys (KIGGS) [442 KB]
Dr. Thomas Lampert, Robert Koch Institut (RKI) Berlin

14.45 Uhr :: Diskussionsrunde – Situation vor Ort
Kommunale Vertreterinnen und Vertreter und Publikum

:: Dr. Frank Bazoche, Leiter des Gesundheitsamtes der Stadt Oldenburg
:: Jutta Hinrichsen, Stadtteiltreff Kreyenbrück, Ev.-luth. Kirchengemeinde Osternburg
:: Dr. Frank Lammerding, Leiter des Jugendamtes der Stadt Oldenburg
:: Dr. Christine Thiel, Kinder- und Jugendärztin des Gesundheitsamtes der Stadt Oldenburg
:: Behiye Tolan, Yezidisches Forum Oldenburg

Moderation: Dr. Ayça Polat, Integrationsbeauftragte, Stadt Oldenburg

15.30 Uhr :: Pause

15.45 Uhr :: World-Café / Wie kann interkulturelle Öffnung im Gesundheitssystem aussehen?
Moderation:
Angelika Maasberg und Dr. Antje Richter, Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen e.V.

18:00 Uhr :: Ergebnissammlung und Abschlussrunde

18:30 Uhr :: Ende der Veranstaltung

Organisationshinweise:

Tagungsort:
Kulturzentrum PFL, Peterstraße 3, 26121 Oldenburg

Veranstalter:
Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen e.V.
Regionaler Knoten Niedersachsen
Fenskeweg 2, 30165 Hannover
Tel.: 05 11 / 3 50 00 52, Fax: 05 11 / 3 50 55 95
E-Mail: info@gesundheit-nds.de

Integrationsbeauftragte des Landes Niedersachsen
E-Mail: integrationsbeauftragte@mi.niedesachsen.de

Stadt Oldenburg, Büro der Integrationsbeauftragten
E-Mail: Ayca.Polat@stadt-oldenburg.de

Gesundheitsamt Oldenburg
E-Mail: Dr.Christine.Thiel@stadt-oldenburg.de

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Der bundesweite Kooperationsverbund Gesundheitsförderung bei sozial Benachteiligten wurde 2001 von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) initiiert und wird zurzeit getragen aus einer Zusammenarbeit zwischen BZgA, allen Landesvereinigungen für Gesundheit, der Bundesvereinigung für Prävention und Gesundheitsförderung, dem BKK-Bundesverband und den Ersatzkassen VdAK/AEV. Der Kooperation gehören alle Spitzenverbände der gesetzlichen Krankenkassen, weitere Krankenkassen, Bundesverbände der Ärzteschaft, fünf Wohlfahrtsverbände und drei Länderministerien an. Insgesamt sind 50 Partnerorganisationen im Kooperationsverbund vertreten. Die Arbeit des Kooperationsverbundes wird begleitet durch einen Arbeitskreis aus nationalen und internationalen Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis sowie Akteurinnen und Akteuren aus dem Gesundheitsförderungs- und Wohlfahrtsbereich. Das zentrale Ziel ist die Stärkung und Verbreitung guter Praxis in Projekten und Maßnahmen der Gesundheitsförderung bei sozial Benachteiligten.