29.04.09 | Alter, Armut und Gesundheit


Neue Herausforderungen für Armutsprävention und Gesundheitsförderung

Im Fokus der deutschen Auftaktveranstaltung im europäischen Projekt „INCLUSage Debating older people’s needs“ in Hannover steht eine Auseinandersetzung mit dem Thema „Armut, Alter und Gesundheit“. Dieser Diskurs findet bisher in Deutschland weder in der Wissenschaft noch in der Politik statt. Es finden sich eher eindimensionale Konzepte und sozialstatusneutrale Betrachtungsweisen, die jedoch unzureichend sind, wenn es um die Bedürfnisse von Armut betroffener Älterer geht.

Mit der Veranstaltung wollen wir zur Entwicklung neuer Strukturen und Konzepte im Kontext des europäischen Politikprozesses zur sozialen Eingliederung beitragen. Das Thema Gesundheit hat dabei einen hohen Stellenwert und der Erhalt von Autonomie und Unabhängigkeit älterer Menschen wird als zentrale Voraussetzung anerkannt. Wir setzen auf Strategien, die nur auf der Mikroebene von Stadtteilen und Nachbarschaften und im Diskurs mit den Betroffenen selbst umgesetzt werden können.

Nach einführenden Beiträgen und der Vorstellung eines „Toolkits“ zur Arbeit mit Älteren, wird es in den Workshops um die Entwicklung von Vorschlägen zum Umgang mit der zu erwartenden Altersarmut und ihren Folgen auf lokaler und regionaler Ebene gehen. Übergreifendes Thema ist die Frage der Beteiligung Älterer in diesem Prozess. Das zweijährige europäische Projekt INCLUSage wird mit AGE (Europäische Plattform älterer Menschen) und Partnern in 7 Ländern durchgeführt. Es möchte auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene eine partizipatorische Debatte über die mehrdimensionalen Aspekte von Armut und sozialer Ausgrenzung im Alter initiieren.

Partner der Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen e.V. in Deutschland sind neben der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen e.V. (BAGSO) und dem Landesseniorenbeirat Mecklenburg-Vorpommern e.V. auch der bundesweite Kooperationsverbund „Gesundheitsförderung bei sozial Benachteiligten“ und die Landesvereinigung für Gesundheit Bremen e.V. Das Projekt wird mit Mitteln des europäischen Aktionsprogramms für Beschäftigung und Soziale Solidarität - PROGRESS finanziert.

Komplette Dokumentation der Veranstaltung als PDF-Dokument [2.212 KB]

TAGUNGSPROGRAMM:

 
10:00 Uhr :: Begrüßung
Dr. Gabriele Windus, Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Frauen, Familie und Gesundheit
Ruth Brand, BAGSO

10.15 Uhr :: Mobilisation - Partizipation?! Wie Brüssel die Teilhabebenachteiligter älterer Menschen fördert [629 KB]
Prof. Dr. Jürgen Boeckh, FH Braunschweig-Wolfenbüttel

10:45 Uhr :: Soziale Ungleichheit Älterer und Pflege [168 KB]
PhD. Dr. Andreas Büscher, Universität Bielefeld

11.15 Uhr :: Diskussion

12:00 Uhr :: Potentiale der Gesundheitsförderung bei Älteren
Dr. Gabriele Windus, Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Frauen, Familie und Gesundheit

12.15 Uhr :: Workshop-Tool-Kit zur Beteiligung sozial benachteiligter Älterer
Manuel Pinto, „Le Petits Frères des Pauvres“, AGE, Marseille

12:45 Uhr :: Diskussion

13:00 Uhr :: Mittagspause

14.00 Uhr ::
Arbeit und Gesundheitsförderung gegen Altersarmut? [162 KB]
Prof. Christiane Deneke, Hochschule für angewandte Wissenschaften Hamburg

14:15 Uhr :: Workshops zur Partizipation sozial benachteiligter Älterer
1. Arbeit und Gesundheitsförderung gegen Altersarmut
2. Wohnen, Wohnumfeld und Gesundheit – Anforderungensozial benachteiligter Älterer
3. Pflege älterer Menschen in der Häuslichkeit und deren Angehörige

16:45 Uhr :: Ende der Veranstaltung