18.01.08 | Mitmachen Mitgestalten Mitentscheiden

Strategien für eine lebendige Bürgerkommune

Die Kommunen stehen vor gravierenden Problemen, deren erfolgreiche Bewältigung heute mehr denn je eine aktive Mitwirkung und Beteiligung der Bürgergesellschaft erfordert. Unter dem Begriff der „Bürgerkommune“ ist in den letzten Jahren eine Debatte darüber in Gang gekommen, auf welche Weise Bürgerinnen und Bürger in die kommunalen Gestaltungsprozesse eingreifen und sich beteiligen können.

Auf Seiten der bürgerschaftlich Engagierten besteht eine wachsende Bereitschaft, an der Gestaltung ihres Gemeinwesens teilzuhaben und aktiv mitzuwirken. „Bürgerschaftlich Engagierte beanspruchen, sich mit ihren Kompetenzen und Erfahrungen in politische Entscheidungsprozesse einzubringen und mitentscheiden zu können“, heißt es z. B. in der Berliner Charta des Bürgerschaftlichen Engagements.

Städte und Gemeinden stehen ihrerseits vor der Aufgabe, neue Modelle für die Einbeziehung des wachsenden sozialen Engagements zu entwickeln – verbunden mit der Frage, wie dieses Engagement ihrer Bürgerinnen und Bürger nicht nur symbolisch anerkannt, sondern auch als eine gestaltende Produktivkraft für ein lebendiges Gemeinwesen genutzt werden kann.

Die Tagung „Mitmachen Mitgestalten Mitentscheiden“ will vor diesem Hintergrund zum einen eine Bestandsaufnahme ermöglichen, zum anderen aber auch neue Spielräume und Perspektiven für Bürgerengagement und Bürgerbeteiligung in der Kommune – und nicht zuletzt für ein neues Verhältnis zwischen Bürgern, Verwaltung und Politik – ausloten. Entlang der Devise „Anerkennungskultur ist Beteiligungskultur“ sollen Wege zu einer zukunftsfähigen Bürgerkommune aufgezeigt werden, die die vielfältig vorhandene Bürgerkompetenz bewusst und aktiv einbezieht.

Tagungsflyer zum Herunterladen und Ausdrucken (PDF-Dokument, Sonderformat) [163 KB]
Anmeldeformular zum Herunterladen und Ausdrucken (PDF-Dokument, DIN A4 Format) [227 KB]

Freitag, 18. Januar 2008   Sonnabend, 19. Januar 2008  
   
11.00 Begrüßung und Eröffnung der Tagung
Stephan Weil, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Hannover
Dr. Frank Heuberger, Mitglied des Sprecherrats des BBE

Einführung in Thema und Tagungsablauf:
Erhard O. Müller, Sprecher der AG 4 des BBE

TEIL I: WAS BEDEUTET DAS „LEITBILD BÜRGERKOMMUNE“ KONKRET?

11.30 Zukunfts-Szenario zur Einstimmung: Wie kann die Bürgerkommune im Jahr 2018 aussehen? Kerngedanken für das „Leitbild Bürgerkommune“

Hannes Wezel, Nürtingen & Ernst Weidl, Weyarn, CIVITAS-Botschafter

11.30 Spiegelung des Szenarios / Erfahrungen der Akteurinnen und Akteure
Chancen und Grenzen der Bürgerkommune: Akteurinnen und Akteure aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen nehmen Stellung (Inputs und offene Diskussion)

Vorstellung des Diskussionspapiers „Zukunftstrends der Bürgergesellschaft“ durch die AG 4 des BBE

12.15 Mitgestaltung als Herausforderung der modernen Bürgerkommune
Prof. Dr. Helmut Klages,
Verwaltungshochschule Speyer
Prof. Dr. Klaus Wermker, Leiter des Büro Stadtentwicklung der Stadt Essen

13.30 Mittagessen

TEIL II: DEN PROBLEMEN AUF DEN GRUND GEHEN…

I.) Erfahrungsaustausch in Arbeitsgruppen zu folgenden Themen: Kommunale Leistungen in Bürgerhand:
geschickte Privatisierungsmasche oder Zukunftsmodell für ein lebendiges Gemeinwesen?
Inputs: Andreas Roters, Städtenetzwerk NRW – Jörg Heidig, Bürger-GbR Putzkau/Sachsen

II.) Erfolgsfaktoren von Beteiligungsverfahren: Wer wird wie an welchen Entscheidungen beteiligt? Wie fließen die Ergebnisse in die formalen Entscheidungsgremien ein? Inputs:
Erhard O. Müller, Netzwerk Zukunft – Andrea Frenzel-Heiduk, CIVITAS-Botschafterin


III.) Selbstorganisierte neue soziale Netze und große Verbände: Herausforderung, Gemeinsamkeiten und Differenzen bei der Realisierung des Bürgerschaftlichen Engagements
Inputs: Paul Stanjek, ZWAR, Dortmund – Rudolf Devic, Dt. Caritas-Verband, Freiburg


IV.)Engagementfördernde Infrastrukturen: Welche Ressourcen, Einrichtungen und strukturbildenden Maßnahmen braucht eine lebendige Bürgerkommune?
Inputs: Thomas Haigis, Bürgerkommune Filderstadt – Dr. Werner Heye, Stadt Hannover

V.) Besondere Erfahrungswelten und ihre Beteiligung (z.B. Jugendliche, Senior/ innen, Migrant/ innen, sozial Benachteiligte): Welcher Formen bedarf es? Wie ernst werden die Erwartungen von der Politik genommen? Inputs: Jutta Stratmann, ProSe, Dortmund – Ayse Gülec, Kulturzentrum Schlachthof, Kassel

Bürgerschaftliches Engagement in strukturschwachen Gebieten: Im Spannungsfeld zwischen rechtsextremen Tendenzen und Verödung der sozialen Angebotskultur. Inputs: Dr. Liudger Dienel, Projekt Bürgerkommune im Osten, TU Berlin – Wolfram Hülsemann, Brandenburger Institut für Gemeinwesenberatung

Dialogfähigkeit/Kommunikation/Vernetzung: Wie können die verschiedenen Interessen (engagierte Bürgerschaft, Verwaltung, Politik, Wirtschaft…) besser zusammengebracht werden?
Inputs: Stefan Rommelfanger, Soziale Stadt, Gelsenkirchen – Dr. Frank Jost, vhw, Bundesverband für Wohneigentum & Stadtentwicklung

Diversity Management: Wie lässt sich die Vielfalt des bürgerschaftlichen Engagements durch die Kommune bewältigen und steuern?
Inputs: Agnes Christner, Städtetag Baden-Württemberg – Stefan Würz, Landes-Ehrenamtsagentur Hessen

18.30 Abendessen / Buffet

19.30 Austausch in gemütlicher Runde
Unterhaltsame Betrachtungen zum Tagungsthema mit Gerda & Manni von „Fool-Tool“, Braunschweig
 
9.15 Kurze Zwischenbilanz im Plenum

TEIL III: WAS IST ZU TUN? AUF DEM WEG ZU PRODUKTIVEN LÖSUNGEN…

9.30 Fortsetzung der thematischen Arbeitsgruppen mit neuer Fragestellung:

Welche Erwartungen und Anforderungen leiten sich aus dem bisher Diskutierten für die verschiedenen Bereiche ab: in Richtung auf Politik, Verwaltung, große Verbände, neue Netze, Unternehmen und nicht zuletzt auch die Bürgergesellschaft selbst?

Die Ergebnisse der Arbeitsgruppen werden festgehalten und finden Eingang in ein Thesenpapier für eine lebendige Bürgerkommune

11.00 Kaffeepause

11.15 Was nehme ich mit / Was werde ich tun?
Statements von Bürgermeister/ innen, Beteiligungsexpert/innen, Jugendlichen, Vertreter/innen aus Verbänden und Wirtschaft zu folgenden Leitfragen:Soziale Probleme sind ohne Bürgerengagement nicht mehr lösbar: was folgt daraus?

Anerkennungskultur als Beteiligungskultur – wie kann das gehen?

Wie können die Ansprüche von Bürgerinnen und Bürgern, Verbänden, Verwaltung und Politik „unter einen Hut“ gebracht werden?mit:

Agnes Christner, Städtetag Baden-Württemberg

Matthias Baaß, Bürgermeister der Stadt Viernheim

Hans Peter Thierfeld, Bürgermeister der Stadt Strausberg

Dr. Hans-Liudger Dienel, Zentrum Technik und Gesellschaft, TU Berlin

Stephanie Pigorsch, Kinder- und Jugendbüro Potsdam

Dr. Frank Jost, vhw, Bundesverband für Wohneigentum und Stadtentwicklung, Berlin

Dr. Johannes Bohnen, Unternehmensberatung Bohnen, Kallmorgen & Partner, Berlin

Moderation:
Sonja Kubisch, Bundesgeschäftsstelle des BBE & Erhard O. Müller, AG 4 des BBE

12.15 Thesen für eine lebendige Bürgerkommune und zu den Perspektiven der engagierten Bürgergesellschaft

Vorstellung des Thesenpapiers durch die AG 4 mit anschl. Diskussion und Verabschiedung

13.15 Voraussichtliches Ende der Veranstaltung  
   

Organisationshinweise:

Ort:
Neues Rathaus Hannover, Mosaiksaal
Trammplatz 2, 30159 Hannover

Hotels in der Nähe:
Hotel "Lührmann´s am Rathaus", Friedrichswall 21, Tel. 0511 / 32 62 68
Hotel "Mussmann am Bahnhof", Ernst August Platz 7, Tel. 0511 / 36 56-0

Weitere Hotels in der Nähe finden Sie über die Buchungsportale www.hotel.de und www.hrs.de

Anreise:
Vom Hauptbahnhof: Stadtbahnlinien 3, 7, 9 (Haltestelle Markthalle/Landtag), 1, 2, 4, 5, 6, 8, 10, 11 (Haltestelle Aegidientorplatz).
Mit dem Auto von allen Autobahnabfahrten Richtung „Zentrum“.

Teilnahmegebühren:
Die Teilnahmegebühr für die zweitägige Fachtagung beträgt 40,- € (ermäßigt 20,- € für Studierende und Erwerbslose).

Teilnahmebedingungen:
Die Teilnehmerzahl ist begrenzt und die Anmeldungen werden in der Reihenfolge ihres Eingangs berücksichtigt. Die Anmeldung nehmen wir nur schriftlich entgegen. Sie erfolgt unter Anerkennung der Teilnahmebedingungen und ist verbindlich. Damit wird die Teilnahmegebühr fällig. Bei Abmeldungen erfolgt keine Rückerstattung. Eine gesonderte Rechnungsstellung und Anmeldebestätigung erfolgt nicht, kann jedoch gerne telefonisch erfragt werden.

Anmeldung:
Bitte schicken Sie die Anmeldekarte ausgefüllt bis zum 11. Januar 2008 an die Anschrift auf der Karte. Für die Raumplanung benötigen wir auch die Angaben, welchen Workshop Sie voraussichtlich besuchen möchten.

Bankverbindung:
Bitte überweisen Sie den Betrag mit Angabe Ihres Namens und des Tagungsdatums (bitte unbedingt angeben) auf das Konto der Landesvereinigung für Gesundheit Niedersachsen e.V. bei der
Bank für Sozialwirtschaft Kto-Nr.: 840 40 00, BLZ 251 205 10

Veranstalter:
Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement (BBE) Bundesgeschäftsstelle & Arbeitsgruppe 4
„Perspektiven der lokalen Bürger/innengesellschaft“

Mit freundlicher Unterstützung der Landeshauptstadt Hannover, in Kooperation mit: Robert-Bosch-Stiftung, Ministerium für Soziales, Frauen, Familie und Gesundheit Nds., Städtenetzwerk NRW, CIVITAS-Botschafter/innen, Stiftung Mitarbeit, Landesagentur Generationendialog Niedersachsen, Landesvereinigung für Gesundheit Niedersachsen e.V.,

Ansprechpartner zum Inhalt:
Arbeitsgruppe 4 des BBE
Erhard O. Müller
c/o Netzwerk Zukunft
Greifswalder Str. 4, 10405 Berlin
Tel.: 030 / 4208 2366
E-Mail: fobuerg@aol.com

Ansprechpartnerin zur Organisation:
Landesagentur Generationendialog Niedersachsen
Dagmar Vogt-Janssen
Fenskeweg 2, 30165 Hannover
Tel. 0511 / 388 11 896
E-Mail: dagmar.vogt-janssen@gesundheit-nds.de