10.06.08 | Mobbing unter Kindern

"Alle gegen eine(n)…"

Wenn Mädchen und Jungen andere Kinder systematisch und über einen längeren Zeitraum schikanieren, bloßstellen, bedrohen und körperlich verletzen, spricht man von Mobbing oder Bullying. Ein völlig neues Phänomen ist damit nicht beschrieben: Gehänselt, gelästert oder geschlagen wurde in Schulen zu allen Zeiten, unterschiedliche Formen von Machtausübung und Ausgrenzung hat es unter Kindern und Jugendlichen immer schon gegeben.

Relativ neu ist aber die Erkenntnis, dass die Ausübung systematischer Schikane unter Jungen und Mädchen weit verbreitet ist. Experten vermuten, dass praktisch in jeder Klasse (und auch in außerschulischen Kontexten) Mobbing vorkommt – und dass diese Übergriffe keineswegs harmlos sind. Kinder können durch Mobbing kurz- und langfristig sehr belastet werden. Manche der Opfer leiden sogar unter massiven Beeinträchtigungen: Sie können sich nicht mehr konzentrieren, sie bekommen Ängste und Schlafstörungen, Schulangst oder andere Verhaltensauffälligkeiten.

Mädchen und Jungen, die „gemobbt“ werden, sind auf die Hilfe von Erwachsenen angewiesen, um ihre Situation zu ändern – pädagogische Fachkräfte brauchen ein entsprechendes Know-how, um diese Unterstützung leisten zu können. In den Vorträgen und Arbeitsgruppen der Tagung werden deshalb die Hintergründe und Folgen von Mobbing beleuchtet sowie unterschiedliche Ansatzpunkte für die Intervention und Prävention zur Diskussion gestellt. Eingeladen sind Fachkräfte aus Jugendhilfe, Schule und Gesundheitsförderung.

Andrea Buskotte
Landesstelle Jugendschutz Nds.
Irmtraut Windel
Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Nds. e.V.

TAGUNGSPROGRAMM:

 
09.30 Uhr :: Anmeldung und Begrüßungskaffee

10.00 Uhr :: Grußwort
Horst Roselieb, Nds. Kultusministerium

Einführung / Moderation
Irmtraut Windel / Andrea Buskotte

10.15 Uhr :: Selbst schuld? Wie Kinder Opfer und Täter werden
Dr. Eva Busch, Winnicott Institut Hannover

11.15 Uhr :: Pause

11.30 Uhr :: Mobbing unter Kindern – Ansätze für die Intervention [1.771 KB]
Dr. Nina Spröber, Universität Ulm

12.30 Uhr :: Mittagspause

13.30 Uhr :: Arbeitsgruppen
AG 1:
Mobbing-Interventions-Teams: Konzept – Implementierung - Rahmenbedingungen [138 KB]
Nicole Gerlach, Dipl. Päd, M.Sc. Supervision, Deeskalationstrainerin GAV, Mediatorin
AG 2: Elternarbeit bei Mobbing: Konfrontieren – Begleiten – Ermutigen [1.399 KB]
Birgit Lohmann-Liebezeit, Projekt „Respekt üben“, Wildeshausen
AG 3: no blame approach - Mobbing-Intervention ohne Schuldzuweisung und Bestrafung [270 KB]
Heike Blum, fairaend, Köln
AG 4: Theaterpädagogik gegen Mobbing: Probehandeln als Methode zur Veränderung
Andreas Raude, asb Münster
AG 5 : Mobbing im Lehrerzimmer - Konsequenzen für die Intervention in der Klasse [84 KB]
Dr. Gerhard Porps, LSchB Hannover

15.15 Uhr :: Pause

15.30 Uhr :: Rahmenbedingungen für die Intervention [681 KB]
Barbara Kubesch, Nds. Kultusministerium

16.30 Uhr :: Ende der Veranstaltung