09.05.07 | Armut im Alter

Armut im Alter – heute noch kein Thema?

Auf Grund ökonomischer und politischer Entwicklungen ist davon auszugehen, dass sich die Einkommenssituation älterer Menschen in Zukunft deutlich verschlechtern wird. Gleichzeitig nimmt die bereits heute bestehende Ungleichheit in der Einkommenssituation zu. Alleinstehende, hochbetagte Frauen und Menschen mit Migrationshintergrund sind im Alter stärker von Armut betroffen als vergleichbare Nichtmigrantengruppen. Häufig findet Armut verdeckt statt.

Zahlen über die materielle Lage sagen in der Regel nicht genügend über die tatsächliche Lebenssituation älterer Menschen aus, stattdessen müssen Aspekte wie der Gesundheitszustand, Pflegebedürftigkeit, soziale Integration, die Verfügbarkeit sozialer Netzwerke und die Wohnsituation in die Betrachtung einbezogen werden. Gerade die gesundheitliche Situation der Älteren birgt ein hohes Armutsrisiko, da Zuzahlungen, Praxisgebühren, die Kosten für Hilfsmittel und nicht-verschreibungspflichtige Medikamente oft zu hohen finanziellen Belastungen führen. Vor allem Pflegebedürftigkeit erhöht das Armutsrisiko deutlich. In einer besonders schwierigen Situation sind weiterhin psychisch Kranke, chronisch Kranke, Menschen mit Behinderungen und Mitglieder sozialer Randgruppen, deren bisherige Lebenssituation eine finanzielle Altersvorsorge nicht zuließ.

Angesichts der demographischen Entwicklung wird sich die Tendenz zur Altersarmut in Zukunft wieder verstärken. Von Seiten der Politik und der Gesundheits- und Sozialdienste muss frühzeitig reagiert werden, um den weitreichenden Folgen dieses Wandels zu begegnen. Ein Ausbau der Gesundheitsberichterstattung sowie Interventionen auf kommunaler und regionaler Ebene zum Ausbau adäquater Hilfsangebote sind hier dringend notwendig.

Die Tagung hat das Ziel, das bislang noch wenig beachtete Thema Altersarmut stärker in die Öffentlichkeit zu bringen. Sie richtet sich an Fachkräfte aus der Seniorenarbeit, dem ÖGD, Krankenkassen, der Medizin, der Pflege, dem bürgerschaftlichen Engagement, der Politik sowie an Seniorenvertreterinnen und -vertreter.

Moderation: Dr. Antje Richter und Iris Bunzendahl, Landesvereinigung für Gesundheit Niedersachsen e.V.

TAGUNGSPROGRAMM:

9.30 Uhr
Anmeldung und Begrüßungskaffee

10.00 Uhr

Grußworte
Christiane Deneke, Vorsitzende der Landesvereinigung für Gesundheit Nds. e.V.
Wolfgang Strotmann, Leiter des FB Senioren der Landeshauptstadt Hannover
Erwin Jordan, Sozialdezernent der Region Hannover

10.30 Uhr
Soziale Ungleichheit im Alter - ein Problemaufriss [486 KB]
Jun. Prof. Dr. Ullrich Bauer, Universität Bielefeld

11.15 Uhr
Daten zur Altersarmut - Gegenwart und Zukunft [1.264 KB]
Dr. Elke Bruns-Philipps, Nds. Landesgesundheitsamt

11.30 Uhr
Pause

11.40 Uhr

Fallbeispiele
Bernhard Weiland, Kommunaler Seniorenservice Hannover, FB Senioren der LH Hannover
Fatma Taspunar, AWO Region Hannover e.V.
Andrea Strodtmann, Zentrale Beratungsstelle Hannover

12.30 Uhr
Mittagspause

13.15 Uhr

Workshops

1.) Ältere Migrantinnen und Migranten [151 KB]
Fatma Taspunar, AWO Region Hannover e.V.

2.) Wie können Betroffene erreicht werden? [229 KB]
Bernhard Weiland, KSH
Dr. Christiane Perschke-Hartmann, Projekt
Gesund älter werden, AOK Niedersachsen

3.) Ältere (ehemalige) Wohnungslose [35 KB]
Heinrich Schubert, Stiftung Wohnen und Beraten, Braunschweig

4.) Bedeutet Pflegebedürftigkeit Armut?
Edda Schliepack, SoVD Niedersachsen

15.00 Uhr
Zusammenfassung der Workshop-Ergebnisse

15.00 Uhr

Kaffeepause

15.15 Uhr

Steigende Altersarmut in Deutschland? - Gründe und Vorschläge zur Armutsvermeidung [146 KB]
Prof. Dr. Winfried Schmähl, Zentrum für Sozialpolitik, Universität Bremen

16.00 Uhr
Abschlussdiskussion

16.45 Uhr

Veranstaltungsende

ORGANISATIONSHINWEISE:

Tagungsort:
Stadtteilzentrum KroKuS, Thie 6 (Kronsberg)
30539 Hannover, Tel. 0511/ 168-34250
(nur für den Veranstaltungstag)

Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln:
Ab Hauptbahnhof mit den U-Bahn-Linien 3 oder 7 (Richtung Wettbergen) bis zur Haltestelle ‚Kröpcke‘ (1 Station). Von dort mit der U-Bahn-Linie 6 Richtung Messe/Ost bis zur Haltestelle ‚Kronsberg‘. Von dort aus sind es ungefähr noch 3 Minuten Fußweg. (insgesamt ca. 30 Minuten)

Anreise mit PKW (in Hannover):
Messeschnellweg, Ausfahrt Bemerode/Wülfel, rechts auf die Garkenburgstr., weiter auf die Wülfeler Str., nach ca. 1, 6 km rechts auf die Wülferoder Str. nach ca. 500 m linke Seite: Tagungshaus (Vorplatz: Ecke Ellernbuschfeld)

Teilnahmebedingungen:
Die Anmeldung nehmen wir nur schriftlich entgegen. Sie erfolgt unter Anerkennung der Teilnahmebedingungen und ist verbindlich. Damit wird die Teilnahmegebühr fällig. Bei Abmeldungen bis 2 Wochen vorher erstatten wir die Teilnahmegebühr abzgl. 10 Euro Verwaltungskosten. Bei späteren Absagen erfolgt keine Rückerstattung mehr. Eine gesonderte Rechnungsstellung und eine Anmeldebestätigung erfolgen nicht.

Tagungsgebühren:
Die Teilnahmegebühr beträgt 35,- Euro/ermäßigt 20,- Euro inkl. Mittagsimbiss.

Bankverbindung:
Bitte überweisen Sie den Teilnahmebetrag unter Angabe Ihres Namens und des Stichwortes „9. Mai 2007“ auf das Konto der Landesvereinigung bei der Bank für Sozialwirtschaft, Kto-Nr: 8 40 40 00, BLZ: 251 205 10

Veranstalter:
Landesvereinigung für Gesundheit Nds. e.V.
Fenskeweg 2, 30165 Hannover
Tel.: 05 11 / 3 50 00 52
E-Mail: info@gesundheit-nds.de
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Regionaler Knoten im Kooperationsverbund „Gesundheitsförderung bei sozial Benachteiligten“ - Ein Verbundprojekt von Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), Bundes- und Landesvereinigungen für Gesundheit, Krankenkassen und Ärzten, Wohlfahrtsverbänden und weiteren Partnerorganisationen.
Internet: www.gesundheitliche-chancengleichheit.de