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Mit der stabilen Befundlage dazu, dass sich gesundheitliche Lebenschancen nach einem Gradienten sozialer Stratifizierung verteilen, erhält die Debatte über Health Inequalities heute zwar eine zunehmend höhere politische Brisanz. Dennoch ist der eigentliche Forschungsgegenstand noch längst nicht ausreichend exploriert. Obwohl sich also die empirische Datenlage stetig verbessert, existiert über die reine Kenntnis eines stabilen Zusammenhangs zwischen sozialer und gesundheitlicher Ungleichheit hinaus kein Einblick in die zu Grunde liegenden Mechanismen der Produktion und Reproduktion gesundheitlicher Ungleichheiten. Die Frage, wie sich soziale in gesundheitliche Ungleichheiten transformieren, bezeichnet zu großen Teilen noch immer eine Blackbox der grundlagentheoretischen Diskussion. Ziel der Tagung ist es, unterschiedliche Determinanten und Mechanismen der Entstehung und Entwicklung gesundheitlicher Ungleichheiten zu thematisieren und so zu einem besseren Verständnis gesundheitlicher Ungleichheit beizutragen. Im Blickpunkt stehen die Themenbereiche:
AG 1 Gesundheitliche Ungleichheiten durch ungleiche Versorgung? Zur Diskussion steht, welche Rolle ökonomische, kulturelle und soziale Ressourcen für die Versorgungsnutzung (Akutbehandlung, Pflege, Prävention, REHA) spielen und wie die Versorgungsstrukturen selbst zu der sozialen Polarisierung im Gesundheitswesen beitragen.
AG 2 Migration und die Effekte ethnischer Normierungen Die sozialepidemiologische Forschung weist immer wieder darauf hin, dass eine besondere gesundheitliche Belastung von Migrantinnen und Migranten auch in der zweiten und dritten Generation nachweisbar ist. Nach wie vor ist aber unklar, welche Faktoren hierfür ursächlich sind. Gibt es einen gesundheitsrelevanten „ethnischen Faktor“, der sich zum Beispiel in differenten Körperkonzepten und Gesundheitsvorstellungen äußert? Diskutiert werden sollen soziologische oder sozialpsychologische Erklärungsmodelle einer migrations-/ethnizitätsspezifischen gesundheitlichen Ungleichheit.
AG 3 Gesundheitliche Ungleichheit im Lebenslauf - Wo steht die deutschsprachige Forschung? Unterschiedliche Altersgruppen oder ein Abbild des gesamten Lebenslaufs bleiben in der empirischen und theoretischen Forschung zu gesundheitlicher Ungleichheit häufig unberücksichtigt. Die AG thematisiert die Frage, welche Determinanten und Mechanismen gesundheitlicher Ungleichheiten sich über den Lebenslauf identifizieren lassen und so zu einer zielgenaueren Reduzierung sozial bedingter Gesundheitschancen beitragen.
AG 4 Alles schon entschieden? - Was wissen wir über Grundlagen, Konzepte und Erfolge settingorientierter Gesundheitsförderung zwischen Risiko und Resilienz? Der Begriff der Resilienz hat aufgrund seines vermuteten Erlösungspotenzials zur Zeit in der Jugendhilfe und settingorientierten Gesundheitsförderung Hochkonjunktur. Doch der Wechsel von der Risiko- zur Ressourcenorientierung hat nicht nur neue Perspektiven eröffnet, sondern auch viele neue, u.a. methodische Fragen aufgeworfen. Zur Diskussion stehen neben neuen Methoden zur Zielgruppenerreichung und Ressourcenstärkung auch der heutige Stellenwert dieser Konzepte.
Veranstalter: Fakultät für Gesundheitswissenschaften der Universität Bielefeld in Kooperation mit der Landesvereinigung für Gesundheit Niedersachsen e.V.
Tagungsort: Universität Bielefeld, Universitätsstraße 25, 33615 Bielefeld
Tagungsleitung und -koordination: Ullrich Bauer, Uwe Bittlingmayer, Matthias Richter (Universität Bielefeld) & Thomas Altgeld, Antje Richter (Landesvereinigung für Gesundheit Niedersachsen e.V.)
WEITERE INFORMATIONEN FINDEN SIE AUF DER HOMEPAGE DER UNI BIELEFELD.
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