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Männergesundheit PDF Drucken E-Mail

Der Gesundheitsmarkt hat in den vergangenen zehn Jahren ein echtes Neuland entdeckt: die Männergesundheit. Wurden, abgesehen von der urologischen Praxis, geschlechtsbezogene Gesundheitsdienstleistungen bisher ausschließlich für Frauen konzipiert, werden jetzt immer neue Leistungen für Männer kreiert, angeboten und nachgefragt. Den vorläufigen Höhepunkt hat diese Entwicklung mit dem pharmakologischen Siegeszug von Viagra erreicht.

Weitere Ausprägungen des Trends stellen die zur Zeit anlaufende Etablierung eines speziellen „Männerarztes“, die Anpassung der Schönheitschirugie auf männliche Bedürfnisse (z.B. Kinnimplantate oder Haartransplantationen) und die erfolgreiche Vermarktung spezieller Gesundheitstipps für Männer in Zeitschriften und in den neuen Medien dar. „Mens Health“, oder „Fit for Fun“ heißen die Zeitschriften, die den neuen, gesundheitsbewussten Mann ansprechen sollen. Das Groß der Gesundheitstipps in den genannten Publikationen beschränkt sich allerdings auf Übungen zum schnellen Workout mit besonderen Fokus auf den Waschbrettbauch, schnellen Diäten auf dem Weg zum Idealgewicht sowie Flirt- und Sextipps. Aber ist das wirklich Männergesundheit, der sexuell voll funktionsfähige und trickreiche Körper mit Idealgewicht und Waschbrettbauch?

Welchen Stellenwert hat Gesundheit innerhalb männlicher Identitätsbildung? Ist Gesundheit ein normales "Muss", stellen Männer Arbeit über Gesundheit? Was zeichnet männliche Lebensstile aus? Mögliche Antworten auf diese Fragen nach dem Gesundheitsverständnisses von Jungen und Männern bilden die Grundlage für die weiteren Analysen des Bandes, die sich in Schwerpunkte Gesundheitsstatus und Gesundheitsverhalten im Alltag von Männern und Jungen untergliedern. Dabei geht es um die Daten zur Morbidität und Mortalität von Männern. Als Mann geboren zu werden, ist höchst riskant für die Gesundheit. Männer leben in den wesentlichen Industrienationen durchschnittlich 6 Jahre kürzer als Frauen, Schon zu Beginn des Lebens sterben mehr Jungen als Mädchen, beispielsweise sterben Jungen häufiger am plötzlichen Kindstod innerhalb der ersten Lebensmonate. Diese Daten werden belegt durch neuere geschlechtssensible Ansätze in der Gesundheitsberichterstattung, deren Vorgehensweise und Ergebnisse ebenfalls vorgestellt werden. Auch arbeitsbedingte Belastungen und Erkrankungen differenzieren stark nach Geschlecht.

Das Gesundheitsverhalten von Jungen und Männern kann eine mögliche Erklärung für die unterschiedliche Morbidität darstellen, deshalb werden unter anderem die Bereitschaft zu riskanten Verhaltensweisen (im Straßenverkehr), Ernährungsgewohnheiten und die Krankheitswahrnehmung ausführlicher betrachtet.